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Sorrent, Neapel und der Vesuv

Panorama von Sorrent, dem Vesuv und Neapel, Kampanien, Italien

Die Sorrentiner Halbinsel bietet Panoramen der Extraklasse; von dem gebirgigen Rückgrat überblickt man nach Nordosten den  Golf von Neapel mit den Phlegräischen Feldern und der Innenstadt im Hintergrund, dem Vesuv mit den Ausgrabungen von Pompej und Herkulaneum im Mittelgrund und die Stadt Sorrent auf der Felsterasse über dem Meer im Vordergrund;. Würde ich über die Berge ein Stück nach Westen wandern, so blickte ich auf das verheissungsvolle Capri und im Südosten entlang der dramatisch aus dem Meer aufsteigenden Amalfiküste. Faszinierend auch dieser Ausblick bei Nacht.

Lake Mangamahoe und Taranaki (Mt. Egmont)

 

Heiliger Bezirk der Maoris - der Vulkan Taranaki an der Westküste der Nordinsel Neuseelands

Ebenso wie der Gipfel im Tongariro Nationalpark ist der Vulkan Taranaki ein heiliger Bezirk der Maoris, in dem sie ihre verstorbenen Häuptlinge bestatten und die Seelen der Toten anbeten. In ihrer Mythologie der Maoris hat der Taranaki, auch Mt. Egmont genannt, nicht immer an seinem heutigen Ort an der Westküste Neuseelands gestanden, sondern mit den anderen Vulkanen im Zentrum der Nordinsel in Eintracht zusammengelebt. Eines Tages ging der Vulkan Tongariro auf Wanderschaft und liess seine Frau Pihangi zurück. Taranaki und sie verliebten sich heftig ineinander, und als Tongariro bei seiner Rückkehr von diesem Verhältnis erfuhr, begann ein fürchterlicher Kampf, in dessen Verlauf Taranaki unterlag und im Westen Zuflucht suchte. Auch heute schaut er noch traurig zu seiner ihn verehrenden Geliebten. Ist sein Gipfel mit Wolken eingedeckt und fallen Regentropfen, dann weint er vor Sehnsucht.

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Lake Rotaira und Tongariro

Lake Rotaira vor dem Tongariro Massiv, Tongariro Nationalpark, Neuseeland

Lange vor den ersten Europäern besiedelten die Maoris, ein Südseevolk, das „Land der großen, weißen Wolke“. Nach ihrer Legende kamen die ersten Stämme in zwölf großen Kanus in ihre neue Heimat Neuseeland.  Über die Besiedelung gibt es zahlreiche Mythen und Geschichten in unterschiedlichsten Varianten, wovon eine hier ezählt werden soll. Der Steuermann eines der ersten Kanus, der Medizinmann Ngatoro-i-rangi, brach eines Tages mit einigen Begleitern ins Landesinnere auf, wo er den Berg Tongariro erblickte und sogleich beschloß, ihn zu besteigen. Er befahl seinen Begleitern bis zu seiner Rückkehr zu fasten und begab sich mit der Sklavin Auruhoe auf den Weg. Aber die Zurückgebliebenen wurden hungrig und brachen das Fasten ab, worüber die Götter zürnten und Gewitter zu den Bergen sandten. Ngatoro und Auruhoe froren bitter, und mit letzter Kraft betete Ngatoro zu seinen Göttern. Diese erhörten ihn und schickten ihm auf unterirdischem Weg Feuer, welches jedoch schon zu früh emporstieg und eine Spur von vulkanischen Aktivitäten entstehen ließ. Mit ganzer Kraft brach es letztendlich am Tongariro empor und taute Ngatoro auf. Auruhoe war aber bereits tot. Ngatoro opferte den Körper den Göttern zum Dank für seine Rettung und warf ihn in den Krater, der seitdem den Namen Ngauruhoe trägt.

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Oturere Hut, Tongariro Nationalpark

Oturere Hut, Tongariro Nationalpark, Neuseeland

Die Oturere-Hut liegt inmitten einer Wüstenlandschaft voller Gesteinstrümmer und Ascheresten im Osten des Tongariro Nationalparks, mit einem Wasserfall als Dusche in der Nähe und bei klarem Wetter mit dem morgendlichen Glühen des Ngauruhoe im Sonnenaufgang. Hier zeigt der Park völlig anderes, wilderes  Bild als die Waihohonu-Hut mit Bergregenwäldern und Graslandschaften, der faszinierenden Aussicht von den Hängen bei der Ketetahi Hut oder den Kletterfelsen nahe der Magatepopo-Hut. Berühmtheit unter Besuchern erlangt sie jedoch auch wegen der Anzahl und monströsen Ausmaße der schwarzen Blowflies, die in Schwärmen um Hütte und Toilettenhäuschen kreisen. Dabei sind die fetten Brummer doch völlig harmlos!

Oturere und Waihohonu

Kapitel 4: Ödnis und Lebensfülle

Im Oturere Tal, Tongariro Nationalpark, Nordinsel Neuseeland

Der neue Tag führt mich zuerst auf der Route des Tongariro-Crossing zurück auf die Kraterhochfläche. Das grandiose Naturtheater zeigt heute ein Stück von Shakespearschem Format auf der Bühne der grossen Gefühle. Nachdem der Berg am letzten Tag so freigiebig und stolz seine Schätze zur Schau stellte, hüllt er sich heute in dichte Wolken. Alles erscheint farblos und grau, und an solchen Tagen legt sich ein depressiver Schleier auf mein Gemüt. Die weite Ödnis, verhüllt in Nebelschwaden, erweckt in mir das verzweifelte Gefühl der Einsamkeit und einer Verlorenheit. Seines Sinnes beraubt steht das Hinweisschild für den Blauen See am Wegesrand, von grenzenlosem Grau umgeben. Gedanken und Realität verschmelzen. Die zerklüfteten Felsbrocken im Oturere-Tal verwandeln sich plötzlich in fratzenhafte Geisterwesen, die mich vom rechten Weg abbringen wollen. Weiterlesen

Tongariro – nützliche Hinweise und Maori-Ortsverzeichnis

Kapitel 7: allgemeine Infos

Silberfarn, neuseeländisches Wahrzeichen, Tongariro Nationalpark, Nordinsel Neuseeland

Durch seine zentrale Lage und gute Verkehrsanbindungen, in der Mitte zwischen Auckland und Wellington gelegen, ist der Park einfach zu erreichen. Die wichtigen Nord-Süd-Strassen führen an den Parkgrenzen entlang: die Highways 1 und 4, sowie die Haupteisenbahntrasse. Weiterlesen

Der schlafende Riese oder der Wolf im Schafspelz

Kapitel 5: Ruapehu

Ruapehu im Sonnenaufgang von der Waihohonu Hut, Tongariro Nationalpark, Nordinsel NeuseelandFriedlich und verführerisch gibt er sich, der imposante Ruapehu. Stolz über seine Kraft und Grösse hüllt er sich in das jungfräuliche Weiss des Schnees, lullt unsere Ohren mit sanftem Gurgeln und Plätschern der Bäche ein und verzückt uns durch sein sanftes Leuchten in der Abendsonne. Und die Menschen strömen zu ihm, Klettern in seinen Felswänden, jagen im Winter mit Ski und Snowboard die tiefverschneiten Hänge hinab und Wandern durch Wälder, Geröllhalden und über Gletscher gar bis auf seine Gipfel. Doch er ist ein Wolf im Schafspelz. Nicht nur, daß die Steilhänge ihre Tücken haben und schon einige Bergsteiger abgestürzt sind, oder daß eine Schlechtwetterfront innerhalb von Minuten für lebensbedrohliche Verhältnisse sorgt;  Lahare, Lawinen aus Gestein, Wasser und Eis , haben bisher die meisten Menschen getötet. Weiterlesen