Eingang KZ Ttheresienstadt, TschechienMein fotografisches  Schaffen ist beeinflusst von Bildern für das Buch- oder Zeitschriftenlayout oder Reisereportagen;  So fotografiere ich eher für sich stehende Einzelbilder,  verwende  oft einen berichtenden Stil oder arbeite mit grafischen Strukturen, Flächen und Farben. Solche Aufnahmen sind eher als Abzug, Cover, Hintergrund oder illustrativ einzusetzen  als für eine Multivisionsschau. Ich geniesse die Freiheit hinsichtlich des Formats und Auschnitts  z.B. für Panoramen oder quadratische Bilder – weg vom klassischen 3:2 oder den Bildschirmformaten 4:3 bzw. 16:9. Sehr oft gewinnt ein Bild noch in der Nachbearbeitung – Auswahl des Ausschnitts oder Drehung der Linienführung wegen – bei vielen berühmten Fotografen waren kritische und kreative Labormitarbeiter am Ergebnis  massgeblich beteiligt.

Ich bin eher ein „Picturetaker“ als „Picturemaker“. Ein Bild hängt meistens von den auf Reisen eingeschränkten oder oft nicht veränderbaren gegebenen Umständen ab – der verfügbaren Zeit, dem Licht und Wetter, Standpunkt und der Perspektive, dem Verhalten von Personen oder sich bewegende Dinge usw. – um das Beste für die Komposition herauszuholen. Selten hatte ich das Glück, auf das richtige Wetter warten zu können, wie z.B. an der neuseeländische Westküste der Südinsel mit dem ‚Spiegelsee‘

Kameras, egal welcher Art und Klasse, sind für mich Werkzeuge. Dabei war es für ein gutes Bild inhaltlich oft unerheblich, ob es mit einer Wegwerf- oder teuren Spiegelreflexkamera aufgenommen wurde – in technischen Kategorien wie Auflösung, Schärfe o.ä.  sieht das natürlich anders aus. Ich habe mit einfachen Kameras als Kind mit dem Knipsen begonnen und fotografierte seit den 90ern bis ins digitale Zeitalter mit einer Nikon FE 2, neuerdings auch mit digitalen Kameras wie z.B. einer Lumix LX3 und einer Nikon D600. Für die Auswahl von digitalen Kameras empfehle ich die sehr ausführlichen Tests, Vergleiche und Bewertungen von dpreview.

Sonnenuntergang an der Ketetahi Hut, Tongariro Nationalpark, NeuseelandIn der anlogen Welt galt für mich, dass die Kamera vor allem das Gehäuse für den Film ist und gewisse Funktionen und Steuerungsmöglichkeiten zur Belichtungssteuerung dort angeordnet sind. Aber vielmehr beeinflusst das Objektiv das Bild, dort sind massgebliche Parameter wie Brennweite oder  Blendenöffnung einzustellen. Das beste Gehäuse nutzt nix, wenn die Linse nix taugt – auch im digitalen Zeitalter. Inzwischen kommt der Kamerasensor als maßgebliches Element hinzu, was früher dem Film entsprach – Auflösungsvermögen, Lichtempfindlichkeit und Kontrastumfang sowie Schärfe. Auch möchte ich die modernen Belichtungsmessungen, und Autofokus nicht mehr missen, da ihre Unterstützung den stärkere Fokussierung auf das Motiv und die Gestaltung ermöglicht.

Das Bild muss durch das Objektiv. Ich verwendete oft ein 28 – 85 mm Obektiv mittlerer Lichtstärke, das als Standardobjektiv diente. Inzischen benutze ich gerne auch die 50mm Festbrennweite mit 1.8 Lichtstärke, was z.B. eine geringe Schärfentiefe und ein schönes Bokeh ermöglicht.  Im Telebereich lohnt sich die Investition in ein lichtstarkes Objektiv, hier leistet mir das 80 – 200 mm mit durchgehender Lichtstärke von 2.8 gute Dienste. Der Preis für dafür ist zwar das hohe Gewicht, was aber durch mehr Spielraum beim Blendenwert, z.B. um noch aus der Hand verwacklungsfrei zu fotografieren, mehr als aufgewogen wird.

Dampfschiff Earnslaw auf dem Lake Wakatipu, Queenstown, NeuseelandAbsolut begeistert mich jedoch das 20 mm Weitwinkel mit Blende 2.8, mit dessen Bildwinkel von 90 Grad sich grossartige Kompositionen bilden lassen, z.B. Panoramen oder Personen in Räumen, das will ich nicht mehr missen.

Ein Stativ leistet oft gut Dienste, dank moderner  Materialen und Mechanismen bieten Exemplare einen guten Kompromiss zwischen Stabilität und Gewicht/Grösse  und eignen sich daher gut auch für das Bergsteigen und Rucksackreisen.

Man sieht guten Bildern zudem an, ob Sie eine Beziehung zur dargestellten Person oder  dem Motiv allgemein aufgebaut hatten  – gemäss der „goldenen Regel“ der Reportagefotografie von Ropert Capa: „If your pictures aren’t good enough, you’re not close enough.“ – was nicht räumliche Nähe heisst.  Neben Cartier Bresson und  Robert Capa lohnt auch ein Blick auf die Werke und Einstellungen  von Ansel Adams, der grossartige Naturlandschaften ablichtete, oder die Portaits von Annie Leibovitz.

Egal welches ‚Werkzeug‘ Sie haben – probieren Sie aus und haben Sie Spass.