Martialische Gestalten im Hafen von Collioure

Wasser-Parcours zum Training von Soldaten der französischen Marine im Hafen von Collioure, Languedoc-Roussillion, Frankreich

Da spaziert man gemütlich entlang der Promenade im Hafen von Collioure  – und plötzlich ziehen Soldaten in Kampfausrüstung und Tarnanzügen an einem vorüber – was ist der Hintergrund, der die gelöste Urlaubsstimmung zu stören scheint?

Historisch gesehen hat die Stadt eine bedeutende militärische Vergangenheit. Besonders bemerkenswert sind zwei historische militärische Bauwerke: Die Festung Chateau Royal de Collioure wurde im 13. Jahrhundert von den Königen von Mallorca erbaut und später von den Königen von Aragon und Frankreich erweitert. Es spielte eine wichtige Rolle als strategische Militärfestung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, ist heute jedoch nur noch ein historisches Denkmal und eine Touristenattraktion für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen.

Die Festung Chateau Royale in der Altstadt von Collioure, Cote Vermeille, Languedoc-Roussillon, Frankreich

Das Fort Saint-Elme wurde im 16. Jahrhundert während der Herrschaft von Karl V. erbaut und später von Vauban, dem berühmten französischen Militäringenieur, verstärkt. Fort Saint-Elme bot eine strategische Aussicht auf die Küste und diente zur Verteidigung gegen Invasionen. Inzwischen ist Fort Saint-Elme ebenfalls ein historisches Denkmal und für die Öffentlichkeit zugänglich. Es bietet Museen, Führungen und Veranstaltungen, die die militärische Geschichte und die Bedeutung der Festung beleuchten.

Heute ist Collioure einer der Standorte für das Centre national d’entraînement commando (CNEC). Es hat die Aufgabe, die Führungskräfte des Heeres zu stärken. Das nationale Kommandoausbildungszentrum (CNEC) ist perfekt auf die Aufgabe der Kaderausbildung des Heeres abgestimmt sind und empfängt jährlich etwa 3000 Auszubildende, Schüler der Grundausbildungsschulen oder Personal der Truppenkörper.

Der praktische Teil der Lehrgänge findet im Fort Miradou, am benachbarten Sportplatz oder auch direkt im Hafen statt. Vor der Kirche Notre Dame des Anges werden dabei oft ein Trainingsparcours im Wasser errichtet, den die Teilnehmer absolvieren müssen – von zahlreichen Zuschauern, die gemütlich in den Bars und Restaurants an der Promenade sitzen, begleitet.

 

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