Vernissage der Künstlerin Jaz in Wien
Meine Reise nach Wien hatte einen Anlass: eine Vernissage der Künstlerin Jaz. Nachdem ich schon diverse Ausstellungen und Live-Events verpasst hatte, konnte ich den Besuch der Ausstellungseröffnung im Restaurant „Sopherl am Naschmarkt“ einrichten.
Jaz ist nämlich meine Nichte, lebt seit lägerem in Wien und hat sich in der dortigen Kunst- und Kulturszene eingelebt und mit ihren Werken, Projekten und Live-Performances bereits eine Reputation und Marke aufgebaut. Ihre Werke setzen sich u.a. mit phallozentrischen Traditionen auseinander, die Gewalt, Herrschaft und Zersplitterung ästhetisieren.
Bis zur offiziellen Eröffnung mit Vorstellung der Künstlerin und weitere Reden standen und saßen die Gäste an diesem milden Abend noch draußen auf der Terasse und beobachteten das übliche Treiben am Naschmarkt. Dazu gesellte sich der ein oder andere ungewöhnliche gekleidete Tourist, der wohl wegen des parallel stattfindenden European Song Contests in der Stadt unterwegs war. Nach und nach trafen Freunde und Bekannte, Kunstinteressierte und neugierige Gäste am Veranstaltungsort ein.
Für die passende musikalische Atmosphäre sorgte das Kollektiv Sturm und Drang (SUD): ein in Wien ansässiges Kollektiv, bei dem sich nach eigener Aussage alles um elektronischen Sound und Community dreht. Zuerst Lounge-Hintergrubdmusik, dann zunhmend tanzbare Rhythmen und Beats.
Für einen weiteren Höhepunkt in diesen bunten und vielfältigen Ambiente sorgten die zwei Auftritte von Gwen Darling mit ihrer Drag & Burlesque-Show.
Der gesellige Abend ging mit einigen Gläsern Weisser Spritzer, Tanz und guten Gesprächen erst zur Sperrstunde zu Ende. Damit hat das Sopherl als Wiener Kultbeisl wieder abgeleifert.
Ein Wiener Beisl ist übrigens ein traditionelles, uriges Gasthaus in Wien, das für seine individuelle, oft nostalgische Atmosphäre und eine treue Stammkundschaft bekannt ist. Es unterscheidet sich vom eleganten Wiener Kaffeehaus durch seinen Fokus auf eher deftiges Essen, Bier und Wein sowie eine deutlich bodenständigere Stimmung – und in diesem Fall noch das Publikum aus der Kunst- und Kulturszene.







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