Zum Sonnenaufgang auf die Pleisenspitze

Obwohl ich am Vortag bereits auf dem Gipfel der Pleisenspitze (2567 m) stand, wollte ich es mir nicht nehmen lassen, die Tour erneut und wie ursprünglich vorgesehen zum Sonnenaufgang durchzuführen. Siggi, der Hüttenwirt, sagte trotz des gestrigen anhaltenden Föhnsturms für heute, den ersten Novembersonntag,  einen  sonnigen Tag an. Er sollte recht behalten, ebenso wie seine Voraussage, dass es noch die nächsten drei Wochen warm, trocken und vorwiegend sonnig sein sollte und der Wintereinbruch spät käme. Also schlich ich aus dem Schlafsaal, wo nach dem stimmungsvollen Hüttenabend noch alle fest schliefen.

Für die ersten Höhenmeter benötigte ich noch die Lampe, dann sorgte die Dämmerung für ausreichend Helligkeit. Bald leuchteten die ersten Wolken violett über dem Alpenhauptkamm. Mit zunehmender Höhe weitete sich der Horizont, so dass ich das Wettersteinmassiv mit der Zugspitze und die Mieminger Kette im gleissenden Licht der ersten Sonnenstrahlen erblickte.

Ich liebe Bergtouren in den Sonnenaufgang für die freudige Erregung, hervorgerufen durch die Erwartung auf den erwachenden Tag und die aussergewöhnlichen Umstände bei einem frühen Aufbruch in der Dunkelheit sowie für die friedliche und ruhige Stimmung eines Morgens in der noch einsamen Gipfelwelt. Jeder, Berg, jeder Tag ist anders, dadurch ist es immer wieder ein unvergleichliches und neues Erlebnis, z.B. bei einem Aufstieg auf einen neuseeländischen Vulkan, auf dem winterlichen Mt.Angelus, am Württemberger Haus in den Lechtaler Alpen oder zum Piz Palü.

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  1. […] Stunden bald kompensiert, so dass ich trotz vorgerückter Stunde beschloss, am nächsten Tag zum Sonnenaufgang auf den Gipfel der Pleisenspitze aufzubrechen – was auch mein ursprüngliches Ziel der Zweitagestour […]

  2. […] Voraussetzunge für eine Tour noch so spät im Jahr. So sah ich die Gelegenheit, endlich einmal die Pleisenspitze (2567 m) anzugehen, da die Pleisenhütte ganzjährig an Wochenenden geöffnet ist und die rund 1600 […]

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