Bavaria und Ruhmeshalle München
Bei meinen Ausflügen nach München besuchte ich eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt: die Statue der Bavaria vor der Ruhmeshalle an der Theresienwiese. König Ludwig I. wollte mit dem Bau Mitte des 19. Jahrhunderts eine sebstbewusste Selbstdarstellung der „Stämme“ Bayerns vermitteln und ein Denkmal für berühmte Persönlichkeiten aus Bayern schaffen. Nach einem Architekturwettbewerb im Jahr 1833 wurde der Entwurf von Leo von Klenze, ein Ensemble aus klassizistischer Säulenhalle und romantischer, germanisierten Statue, von 1843 bis 1850 umgesetzt.
Die Bavaria in München gilt als eines der Vorbilder für die New Yorker Freiheitsstatue. Sie wurde vor der Freiheitsstatue (1886) fertiggestellt und gilt als bahnbrechendes Beispiel für Monumentalguss im 19. Jahrhundert. Beide Figuren sind monumentale Allegorien (Freiheit vs. Bayern) und tragen ein Gewand und halten Symbole in der Hand: Eichenkranz gegenüber der Fackel. Wie bei der Bavaria können Besucher auch in der Freiheitsstatue über eine Wendeltreppe in den Kopf steigen.
Die Kolossalstatue aus gegossener Bronze stellt als Patronin Bayerns das säkulares Gegenstück zur religiösen Patrona Bavariae (Gottesmutter Maria) dar. Für den Bronzeguß der rund 18 Metern hohen und 156 Tonnen schweren Statue wurde extra die Königliche Erzgießerei an der Nymphenburger Straße errichtet. Im heutigen Stadtbild erinnern zahlreiche Namen an die Zusammenhänge der Enstehung: „Erzgiessereistraße“ (in der ich übrigens mehrere Jahre gearbeitet hatte), „Stiglmaierplatz“(nach dem Erzgießer Johann Baptist Stiglmaier) und „Schwanthalerhöhe“ bzw. „Schwanthalerstrasse“ (nach dem Bildhauer Ludwig Schwanthaler).
Die 68 Meter breite und 16 Meter hohe Ruhmeshalle im klassizistischen Stil umfasst die Statue in ienr U-Form und weist nach vorne eine Fassade mit dorischen Säulen auf. In dem langen Gang sind an der geschlossenen Rückseite derzeit rund 100 Marmorbüsten bedeutender Personen aus Bayern aufgereiht.
Darunter befinden sich auch mir bekannte Namen, wobe es sich fast ausschliesslich um Männer handelt (zwei Frauen und 98 Männer). Eine Studentin der Akademie für bildende Künste hat 2007 als Kunstaktion ihre eigene Büste dazugestellt, was mehrere Monate niemandem auffiel.
Beim Besuch auf dem Oktoberfest tritt die Kolossalstatue und das Gebäude am Rande der Wiesn trotz der erhöhten Hanglage am Hang hinter den großen Zelten in den Hintergrund. Erst auf der leeren Freifläche kommt die Wirkung besser zum Tragen. Der Ort wird wegen seiner Symbolik auch gerne für politische Veranstaltung genutzt.
Die Collage der Bavaria gehört zur Serie der Multiperspektiven.








Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!