Trentino-Reise wird Pannen-Trip

Autopanne mit Abschleppen auf der Brennerautobahn bei Rovereto (Trentino)

Geplant war ein Kurztrip an den Ledrosee im Trentino. Wir kamen jedoch nur bis Rovereto, kurz vor dem eigentlichen Ziel. Zuerst leuchtete die Warnlampe für das Kühlwasser auf. Dann stieg die Temperatur innerhalb von Sekunden in den roten Bereich. Bei einem ersten Stopp füllte ich den leeren Ausgleichsbehälter auf, um wenigstens die nächste Ausfahrt zu erreichen. Doch keine zwei Kilometer weiter das gleiche Spiel. Also rechts in einer Nothaltebucht anhalten und den Pannendienst anrufen. Das Kühlwasser war nun komplett ausgelaufen.

Autopanne mit Abschleppen auf der Brennerautobahn bei Rovereto (Trentino)Der Abschleppwagen kam dann auch recht zügig und brachte uns zuerst zu seiner zugehörigen Werkstatt in Mori und nicht, wie von mir wegen der Mobilitätsgarantie gewünscht, in eine SEAT Werkstatt in Rovereto. Das war ein Fehler, der uns einen ganzen Tag Verzögerung einbrachte. Bei der Abfahrt von der Autobahn wurde übrigens nicht vergessen,  von mir (im Fahrzeug oben auf dem Abschleppwagen) ganz ordentlich noch die Mautgebühr zu kassieren. Da wir gerade zur Mittagspause die Werkstatt erreichten, sollte die nächsten beiden Stunden erst einmal nichts vorwärts gehen.

Noch voller Hoffnung, daß das ein undichter Schlauch und schnell repariert sein würde, suchten wir ein Restaurant in der Innenstadt. Das leckere Essen versöhnte uns erst einmal mit der Situation. Doch dann verbrachten wir den ganzen heissen Nachmittag mit Warten in der Werkstatt und wurden im Ungewissen gelassen. Erst kurz vor Feierabend kam die Diagnose: eine verlorene Radmutter hatte das Lüftungsgitter durchschlagen und auch ein großes Loch im Kühler hinterlassen. Eine Reparatur bedeutet, die gesamte Frontschürze auszubauen und den Kühler zu tauschen, d.h. mindestens 3 Tage Dauer.

Warten am Bahnhof Rovereto (Trentino) auf den Zug zur RückreiseDa dies ein Leasingfahrzeug ist, musste die weitere Vorgehen nun doch über SEAT entschieden und organisiert werden – Reparatur vor Ort und Ersatzwagen plus Hotel oder Heimreise und Fahrzeugrücktransport. Das konnte ich aber erst am nächsten Tag klären und in die Wege leiten – die Aussagen der Telefon-Hotline waren da recht widersprüchlich. Da wir auf Camping eingestellt waren und weder Ersatzfahrzeug noch Übernachtungsmöglichkeit hatten, vermittelte uns die Werkstatt immerhin ein hübsches Zimmer in einem gemütlichen kleinen Hotel in Mori. So verbrachten wir in dem kleinen Städtchen, dass die meisten Reisenden auf dem Weg zum Gardasee nur umfahren, einen angenehmen Abend in einer Bar und Livemusik vom Restaurant nebenan.

Blick aus dem Zugfenster auf die Europabrücke bei InnsbruckMorgens folgten dann zahlreiche Telefonate und der Transport zur SEAT-Werkstatt nach Rovereto. Dort wieder Ankunft zur Mittagspause mit zwei Stunden Wartezeit. Später dann die gleiche Diagnose mit einer Reparaturdauer von mindestens 4 Tagen (es kam noch ein Wochenende hinzu). Für die bisherigen Kosten für Hotel und Abschleppen musste ich bereits in Vorleistung gehen. Auch die Rückfahrt sollte ich erst einmal selbst bezahlen und dann zur Rückerstattung einreichen. Das führte zur Entscheidung, direkt nach Hause zu fahren und das Fahrzeug in unserer lokalen Werkstatt reparieren zu lassen.

Also packten wir die wichtigsten Gegenstände zusammen und gingen zum nahegelegenen Bahnhof. Auf der Brenner-Strecke gibt es glücklicherweise viele direkte Bahnverbindungen nach München. Die Bahnfahrt offenbarte schliesslich völlig neue Perspektiven abseites der sonst üblichen Autobahntrasse über den Brenner. Alles in allem zwar ein verpasster Aufenthalt am Ledrosee und nervige Momente, dafür aber neue Erfahrungen und auch schöne Eindrücke von weniger bekannten Orten im Trentino gewonnen.

Nach drei Wochen war das Auto immer noch nicht in der vereinbarten heimatlichen Werkstatt angekommen. Im Vertrauen auf SEAT bin ich davon ausgegangen, dass für den Rücktransport wie telefonisch vereinbart auch möglichst kurzfristig eine Spedition beauftragt wird. Auf Rückfrage musste ich leider erfahren, dass die erste Woche nichts unternommen wurde. Dann die erneute Aussage, man kümmere sich um eine Spedition und das kann gerne zwei Wochen dauern. Bei meinem Anruf nach weiteren zwei Wochen – Gesamtdauer inzwischen drei Wochen – konnte der Mitarbeiter erst keine Daten im System finden (was mich schon beunruhigte), musste intern Rücksprache halten, rief dann 45 Minuten später zurück und konnte nur sagen, dass der Auftrag beim ADAC läge. Wo sich das FAhrzeug tatsächlich befände – keine Ahnung.

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