Panorama an der Kirche Sveti Salvadur

Blick durch die Rundbögen der Fassade der Kapelle Sveti Salvadur auf Cres auf das Meer bei Sonnenschein, Kvarner Bucht, Kroatien

Vom Ort Cres, auf der gleichnamigen Insel Cres in Kroatien, führt eine aussichtsreiche Rundwanderung zur Kirche Sveti Salvadur. Die kleine, weiss getünchte Kirche liegt an einem Berghang und bietet ein herrliches Panorama über die Bucht von Cres, nach Valun und bis zur Küste von Istrien. 

Von Cres führt der Weg zuerst entlang der Strasse nordwärts, vorbei am Camping Kovacine und dann nach rechts aufwärts durch alte, lichte Olivenhaine. Die einzelnen Grundstücke sind durch mühsam aufgeschüttete Trockensteinmauern begrenzt. Viele Einheimische bewirtschaften das karstige Land und erzeugen aus ihrer kleinen Ernte so noch einige Liter eigenes Olivenöl. Das Olivenöl von Cres rühmt sich dafür seiner hohen Qualität und seines besonderen, pfefferigen Geschmacks. 

Nach einer Dreiviertelstunde ist die kleine Kirche Sveti Salvadur auf dem Aussichtsplateau erreicht. In der Loggia kann man im Schatten rasten und dabei die grandiose Aussicht geniessen. Die Kirche liegt weit entfernt vom Trubel der Stadt und der Küste. Wer noch weiter wandern möchte, kann von hier dem Weg weiter folgen, um zur Kirche Sveti Blaz und der darunter liegenden, traumhaften Badebucht zu gelangen. Man wird mit Ruhe, traumhaften Ausblicken, einem schönen Badeplatz und toller Natur belohnt.

Holzkreuze am Zaun der Kirche Sv. Salvadur oberhalb der Stadt Cres auf der Insel Cres, Kvarner Bucht, Kroatien

An der Kirche sitzt ein Mann, mit dem ich später ins Gespräch kommen. Er sei ein Einheimischer, lebe nun zwar auf dem Festland, besitze aber eine kleine Wohnung und einen Olivenhain in Cres. Daher komme er öfter zu Besuch. Er beschrieb zuerst lebendig die Schönheit der Insel und berichtet von Anekdoten, die er auf Boots- und Angeltouren in der unter uns liegenden Bucht erlebt hatte. Bald kam er auch auf weniger schöne Erlebnisse zu sprechen, denn der damalige Tag, der 5. August, ist für Kroaten ein Gedenktag für die Opfer des Balkankriegs im den 1990-er Jahren, der Tag des Sieges und der heimatlichen Dankbarkeit. Er sei selbst als Soldat aktiv gewesen, so sagte er, und zieht ein Bild aus seiner Geldbörse hervor. Darauf sind vier Soldaten in Kampfuniform zu erkennen. Die drei anderen Männer seien alle bereits tot und im Krieg gefallen, er habe jedoch überlebt. In Dubrovnik habe er in den Katakomben ausgeharrt und der Belagerungen standgehalten. Doch sei er gezeichnet von Erinnerungen. So habe ihn einmal lange nach dem Krieg, beim Einkaufen auf dem Parkplatz vor einem Supermarkt, das Geräusch eines nahenden Flugzeugs in Panik versetzt, so dass er unter dem Auto Schutz gesucht hatte.

Für den Rückweg nach Cres folgte ich schliesslich dem Pfad abwärts in Richtung Meer, der dann bald auf die Felsenküste trifft. Entlang schöner Buchten erreicht man den Campingplatz und folgt dem Küstenweg bis in den Hafen von Cres.

Mehr Bilder in der Galerie Kroatien.

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