Strohballen – Hinterlassenschaften der Erntemaschinen

Strohballen auf einem abgemähnten Getreidefeld in Bayern

Strohballen auf Stoppelfeldern stehen für Sommer und Hitze, Reife und Fruchtbarkeit. Strohrollen oder -quader liegen als Hinterlassenschaften aus der Verdauung der Erntemaschinen, z.B. Mähdrescher oder Ballenpressen, in der Landschaft des Erdinger Moos. Von frühmorgens bis spät in die Nacht fressen sich jetzt die Mähdrescher durch die Felder, um an den trockenen Tagen vor Gewitterstürmen oder Landregen rechtzeitig die Getreideernte einzufahren. Hinter den Mähdreschern legen sich Staubfahnen über das heiße Land, bis der nächste Gewitterregen die Luft wieder reinigt. Neben den gelbgoldenen Stoppelfeldern ragen viele grüne Maisfelder auf und bilden mit zunehmender Höhe Sichtbarrieren und Korridore entlang der Straßen.

Strohballen wecken Erinnerungen

Strohballen auf einem abgemähten Getreidefeld in Bayern

Ich bin in Nordbaden auf dem Land aufgewachsen. Als Kind habe ich auf dem Bauernhof, bei dem wir unser Pferd im Stall hatten, in zahlreichen Sommern in der Scheune kleine quaderförmige Strohballen übereinander geschichtet und somit zum Spielen riesige Burgen gebaut oder Landschaften für waghalsige Sprünge erstellt. Abends hat es mich dann überall auf der Haut so gekribbelt, dass nur eine kalte Dusche Linderung brachte.

Zum Fotografieren ging ich mit festen Sohlen über die stacheligen Stoppeln des Feldes und erinnere mich daran, dass es in Baden-Württemberg in wenigen Gemeinden noch die traditionellen Schäferläufe gibt, bei denen barfuß über ein Stoppelfeld gerannt wird. Das geht dann wohl nur mit der richtigen Lauftechnik, bei der die Füße kaum angehoben werden und in der Vorwärtsbewegung die Halme nach vorne umbiegen. Anderfalls eine ziemlich schmerzhafte Erfahrung.

 

 

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