Schlagwortarchiv für: Kultur

Uluru (Ayers Rock) im roten Zentrum von Australien

Uluru, (Ayers Rock), Red Center, Northern Territory, Australien

Die Geschichte und Kultur der Ureinwohner von Australien wird heute auf ein Alter von 40.000 Jahren geschätzt. Mit der Besiedelung durch die Europäer wurde sie weitgehend zerstört. Den Mythologien der Aborigines zufolge entstand die Erde und alles Leben in der Traumzeit, als das Land von ihren Vorfahren durchschritten wurde, die ihre Umgebung als Lieder und Melodien wiedergaben und dadurch erst die Welt erschaffen haben. Noch heute folgen die Aborigines diesen Traumpfaden, die oftmals den gesamten Kontinent von Küste zu Küste durchqueren, mit Hilfe der Melodien, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Diese Melodien dienen ihnen als eine Landkarte; das Lied und das Land‘ sind identisch, und ihr falsches Aufsingen ist ein schwerwiegender Verstoß. Markante Punkte entlang solcher Pfade weisen oft auf bedeutende Ereignisse im Leben ihrer Vorfahren und gelten als heilige Stätten, die strengen Gesetzen unterliegen. Dazu zählt auch der Uluru, als Ayers Rock bekannt, im Kata-Tjuta-Nationalpark, wo jeder Besucher den Geist und die Kraft dieses Ortes erahnen kann.

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Ramsestempel in Abu Simbel

Ramsestempel von Abu Simbel am Nasser-Stausee, Nubien, ÄgyptenNach einer mehrstündigen Fahrt durch die Wüste im Süden von Ägypten in den Sonnenaufgang hinein erreichte ich die Tempel von Abu Simbel, die Ramses II für die Götterdreiheit Amun-Re, Re- Harachte und Ptah im 13. vorchristlichen Jahrhundert in der Einsamkeit Nubiens errichten ließ. Hier erfasste mich große Bewunderung für die steinernen Kolossalstatuen, die ehrwürdig auf ihr altes Zuhause schauen, welches inzwischen wenige hundert Meter entfernt im Nasser-Stausee verschwunden ist. Nicht nur das jahrtausende alte Bauwerk mit seiner kunstvollen Architektur und Malerei versetzt den Betrachter in Staunen. Ein Blick „hinter die Kulissen“ zeigt den Berg als Kuppelkonstruktion aus Beton, welche den Bogen von der Baukunst der alten Ägypter zu unserem technologischen Zeitalter spannt und beides miteinander verbindet. .

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Strassenszene in Kairo

Strassenszene in Kairo, ÄgyptenAuf über 15 Millionen Einwohner wird Kairo, die Hauptstadt von Ägypten, geschätzt, und ständig strömen mehr Menschen vom Land in die Stadt, die sich wie ein Tumor weiter in die Wüste ausdehnt. Während auf der einen Seite das Mokkatamgebirge eine Grenze setzt, sind die Pyramiden von Gizeh längst von den Vororten erreicht. In Kairo vereinigen sich auch viertausend Jahre Geschichte in den unterschiedlichsten Baustilen zu einem bunten Durcheinander. Nicht weit von modernen Hotels und überlasteten Hauptstraßen finden sich noch Stadtteile, die einen ursprünglichen, arabischen Charme verbreiten. Auf der lehmigen Straße herrscht lebheftes Treiben; Kinder spielen, geschäftige Handwerker arbeiten in ihren kleinen Läden, und in den Teehäusern sitzen Männer bei süßem Pfefferminztee und der obligatorischen Wasserpfeife. Über die gesamte Stadt legt die Wüste eine staubige Dunst- und Schmutzschicht, als markiere sie ihren Anspruch auf das Land. Die Silhouette wird von den Minaretten der unzähligen Moscheen bestimmt, von denen fünfmal am Tag die Gesänge der Muezzin zu einem vielstimmigen Kanon anschwellen.

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Das Ramesseum in Theben West

Ramesseum, Ramses Tempel, Theben West, Niltal, Ägypten

Mit dem Kopf im Sand liegt eine Kolossalstatue inmitten der Überreste einer gewaltigen Tempelanlage und macht dabei einen sehr hilflosen Eindruck, so dass man sie gerne wieder aufrichten würde. Die Reste dieses Totentempels, als Kultstätte für Ramses 11 und die Götter Amun, Mut und Chons in Theben-West bei Luxor, am Mittellauf des Nil in Ägypten,  erbaut, sowie die vielen anderen imposanten Bauwerke sind Zeugnisse einer Hochkultur, die eine weit entwickelte Staatsform, technische Erfindungen und große Künstler hervorgebracht hat. Mauern und Säulen sind fast vollständig mit Reliefs und Malereien überzogen und geben einen Eindruck von dem Leben der alten Ägypter zu früheren Zeiten sowie ihre Vorstellungen der Welt vor und nach dem Tod, der eine wichtige Rolle in ihrer Religion darstellte, wieder. So entstanden viele Grabstätten in der Sorge um das Wohlergeben des Verstorbenen im Reich der Toten. Für einen Pharao galt dies umso mehr; um den Fortbestand des eigenen Reiches zu sichern erbaute man Grabstätten und gab ihm Reichtümer und Alltagsdinge mit auf die Überfahrt ins Totenreich.

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Canal Grande und Venedig im Herbst

Blick vom Campanile am Markusplatz auf St. Maria della Salute am Canal Grande, Venedig, ItalienVom Campanile am Markusplatz offenbart sich sehr eindrucksvoll die Einzigartigkeit Venedigs. Diese vielbeschriebene Stadt verteilt sich auf einige größere und kleinere Inseln und hat deswegen schon immer eine enge Beziehung zum Wasser. Von oben wird außerdem sichtbar, wie das Häusermeer von einem schier unüberschaubaren Gewirr von Kanälen durchzogen ist, dominiert von der große Schleife des Canal Grande. Nicht weniger verwirrend ist das zusätzliche Labyrinth der engen Gassen und Wege, das sich mit den Wasserstraßen auf vielen malerischen Brücken schneidet. Neben den eigenen Füßen sind Boote das einzige Verkehrsmittel innerhalb der Stadt und den vorgelagerten Inseln. Besonders reizvoll ist Venedig im Spätherbst, wenn Nebel die Stadt in Melancholie hüllen und nur wenig Sonne zu den Herrenhäusern, Palästen und Kirchen vordringt, die vom verblassten Ruhm und der Blütezeit der einst bedeutenden Handelsstadt in Italien zeugen.

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Stabkirche bei Lom

Stabkirche bei Lom, Norwegen

Im elften Jahrhundert verbreitete sich das Christentum in Norwegen. In der Folgezeit entwickelten die Gläubigen einen neuartigen Stil beim Bau ihrer Kirchen, wie die Stabkirche in Lom eindrucksvoll zeigt.. Die Kunst der Holzverarbeitung, die auch die herrlichen Wikingerschiffe hervorgebracht hat, zeigt sich auch in den ebenso soliden wie reich verzierten Stabkirchen. Drachenreiter auf den Dachfirsten und Tierdarstellungen am Portal sind kein ungewöhnlicher Anblick, denn christliche Symbole und Bildnisse heidnischer Mythen sind Zeichen für die Integration alter Bräuche in die neue Religion. Von den ursprünglich über tausend Bauwerken sind heute noch etwa dreißig der reinen Holzkonstruktionen erhalten, die, auf einen Zentralbau aus Säulen gestützt und außen mit dicker Teefarbe versiegelt, dem rauhen Wind und Wetter trotzen.

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Lebendige Geschichte – Praia

Ein kapverdischer JungeDie Holzplanken der Karavellen ächzen unter den neu hinzugeladenen Lasten. Die schweren Taue knirschen unter dem Zug des Ankers. Die Skelette der Schiffsaufbauten tanzen den Todesreigen für viele der armen Afrikaner, die mit lautem Peitschengeknall unter Deck gepfercht werden. Plötzlich erschallt der Ruf : „Piraten in Sicht!“. Die wohlgeordnete Szenerie verfällt ins Chaos. Hastig räumen Händler ihre wertvollen Habseligkeiten zusammen, ganze Familien sieht man eilig davonstürmen; es herrscht das blanke Entsetzen in den Gesichtern der Menschen. Wieder einmal wird geraubt, gebrandschatzt und gemordet werden.

Während wir von der letzten Etappe der Reise von Fogo nach  Santiago unterwegs sind,  läuft vor meinem geistigen Auge eine Szene ab, wie sie sich vor 400 Jahren abgespielt haben könnte. Ich gehe in der Geschichte der Insel Santiago spazieren und sehe die Schiffe der Freibeuter John Hawkins, Lovelle, Drake und Jack Cassart. Mir begegnen die Navigatoren Bartholomeus Diaz, ich erblicke Christoper Kolumbus und Vasco Da Gama im Gespräch vertieft und ziehe meinen Hut vor James Cook. Ja sogar Alexander von Humboldts vielbeschäftigten Kopf scheine ich im Gewirr der Menschen in Raum und Zeit erkannt zu haben. Die Verdichtung der Geschichte zeigt die Bedeutung der Häfen von Santiago, der alten Hauptstadt Cidade Velha und Kapverdes neues politisches Zentrum Praia. Vom neuen Hafen wird die einfache Struktur der Stadt ersichtlich. Zwischen den Stadtvierteln in breiten Trockentälern erhebt sich auf einem Felsplateau die Oberstadt 30 m über das Meeresniveau. Auf einer Fläche von 500 x 300 m konzentriert sich die Administration der Kapverden, mit Ausnahme der Nationalversammlung. Diese liegt etwas vorgelagert im besseren Viertel der Stadt Prainha, das sich auf einer Landzunge bis zum Leuchtturm Ponte Emerosa erstreckt. Weiterlesen