Schlagwortarchiv für: Berge

Langevatn See nahe des Geirangerfjord

Langevatn See, Geiranger, Norwegen

Das Geschlecht der Riesen, so erzählen die Ursprungssagen der Edda, ist älter als das Göttergeschlecht der Asen. Zwei gewaltige Stämme gibt es unter den Riesen: die Thursen, das heißt die Trockenen, und die ]ötunen, die Verschlinger. Letztere hausen in ]ötunheimen, auch Utgard genannt, aber auch in Wolken und Wassern, Felsen und Bergen, in Eis und Schnee. Sturm und Gewitteriesen sind Thiassi und Thym, ein Waldriese war Witolf. Der Herr der Meere ist Ägir, der Grauenhafte; er trägt den Ägirshelm, den kein Mensch schauen kann, ohne vor Schrecken zu versteinern. Der König der Riesen ist Sutur mit dem flammenden Schwert. Der gewaltigste unter ihnen heißt Utgardloki, ihn konnte nicht einmal der Donnergott Überwinden. Da sie uralter Abkunft sind, besitzen viele von ihnen jene Urzeitweisheit, die Odin immerdar sucht. Aber die Riesen sind Todfeinde der Asen. Großartige Sagen erzählen von den Kämpfen zwischen ihnen und den Göttern, unter denen vor allem Thor ein erbitterter Gegner war. Am Tage der Götterdämmerung wird dieses Urgeschlecht dann mit den Asen den Endkampf austragen.

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Makarora am Mt. Aspiring Nationalpark

Makaroro am Mt. Aspiring Nationalpark, Alpen, Haast Pass, Südinsel Neuseeland

Große Gebiete Neuseelands sind als Nationalparks ausgewiesen, um die einzigartige Tier- und  Pflanzenwelt vor der Zerstörung durch den Menschen zu bewahren. Der Mount Aspiring Nationalpark im Westen der Südinsel von Neuseeland liegt in der Verlängerung der neuseeländischen Alpen und grenzt im  Süden an das Fjordland. Seine Reize bestehen in der alpinen Vegetation und dem Übergang von der regenreichen Westküste zum trockenen Landesinnern jenseits des Alpenhauptkammes. Das satte Grün der Wälder wird nach und nach von den braungelben Farbtönen des Tussockgrases abgelöst. Diese Aufnahme entstand bei Makarora, einem netten Rastplatz zwischen dem Haast Pass und dem Lake Wanaka. Wie in sämtlichen Nationalparks finden sich auch hier ausgezeichnete Wanderwege, die ein intensives Erleben der Natur ermöglichen und die Schönheit und Ausdruckskraft der Landschaft schrittweise offenbaren.

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Lake Rotaira und Tongariro

Lake Rotaira vor dem Tongariro Massiv, Tongariro Nationalpark, Neuseeland

Lange vor den ersten Europäern besiedelten die Maoris, ein Südseevolk, das „Land der großen, weißen Wolke“. Nach ihrer Legende kamen die ersten Stämme in zwölf großen Kanus in ihre neue Heimat Neuseeland.  Über die Besiedelung gibt es zahlreiche Mythen und Geschichten in unterschiedlichsten Varianten, wovon eine hier ezählt werden soll. Der Steuermann eines der ersten Kanus, der Medizinmann Ngatoro-i-rangi, brach eines Tages mit einigen Begleitern ins Landesinnere auf, wo er den Berg Tongariro erblickte und sogleich beschloß, ihn zu besteigen. Er befahl seinen Begleitern bis zu seiner Rückkehr zu fasten und begab sich mit der Sklavin Auruhoe auf den Weg. Aber die Zurückgebliebenen wurden hungrig und brachen das Fasten ab, worüber die Götter zürnten und Gewitter zu den Bergen sandten. Ngatoro und Auruhoe froren bitter, und mit letzter Kraft betete Ngatoro zu seinen Göttern. Diese erhörten ihn und schickten ihm auf unterirdischem Weg Feuer, welches jedoch schon zu früh emporstieg und eine Spur von vulkanischen Aktivitäten entstehen ließ. Mit ganzer Kraft brach es letztendlich am Tongariro empor und taute Ngatoro auf. Auruhoe war aber bereits tot. Ngatoro opferte den Körper den Göttern zum Dank für seine Rettung und warf ihn in den Krater, der seitdem den Namen Ngauruhoe trägt.

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Oturere und Waihohonu

Kapitel 4: Ödnis und Lebensfülle

Im Oturere Tal, Tongariro Nationalpark, Nordinsel Neuseeland

Der neue Tag führt mich zuerst auf der Route des Tongariro-Crossing zurück auf die Kraterhochfläche. Das grandiose Naturtheater zeigt heute ein Stück von Shakespearschem Format auf der Bühne der grossen Gefühle. Nachdem der Berg am letzten Tag so freigiebig und stolz seine Schätze zur Schau stellte, hüllt er sich heute in dichte Wolken. Alles erscheint farblos und grau, und an solchen Tagen legt sich ein depressiver Schleier auf mein Gemüt. Die weite Ödnis, verhüllt in Nebelschwaden, erweckt in mir das verzweifelte Gefühl der Einsamkeit und einer Verlorenheit. Seines Sinnes beraubt steht das Hinweisschild für den Blauen See am Wegesrand, von grenzenlosem Grau umgeben. Gedanken und Realität verschmelzen. Die zerklüfteten Felsbrocken im Oturere-Tal verwandeln sich plötzlich in fratzenhafte Geisterwesen, die mich vom rechten Weg abbringen wollen. Weiterlesen

Der schlafende Riese oder der Wolf im Schafspelz

Kapitel 5: Ruapehu

Ruapehu im Sonnenaufgang von der Waihohonu Hut, Tongariro Nationalpark, Nordinsel NeuseelandFriedlich und verführerisch gibt er sich, der imposante Ruapehu. Stolz über seine Kraft und Grösse hüllt er sich in das jungfräuliche Weiss des Schnees, lullt unsere Ohren mit sanftem Gurgeln und Plätschern der Bäche ein und verzückt uns durch sein sanftes Leuchten in der Abendsonne. Und die Menschen strömen zu ihm, Klettern in seinen Felswänden, jagen im Winter mit Ski und Snowboard die tiefverschneiten Hänge hinab und Wandern durch Wälder, Geröllhalden und über Gletscher gar bis auf seine Gipfel. Doch er ist ein Wolf im Schafspelz. Nicht nur, daß die Steilhänge ihre Tücken haben und schon einige Bergsteiger abgestürzt sind, oder daß eine Schlechtwetterfront innerhalb von Minuten für lebensbedrohliche Verhältnisse sorgt;  Lahare, Lawinen aus Gestein, Wasser und Eis , haben bisher die meisten Menschen getötet. Weiterlesen

Spektakulärer Tongariro

Kapitel 3: Das Crossing und der Northern Circuit

Regenbogen vor dem Lake Rotaira, Ketetahi Hütte, Tongariro Nationalpark, Nordinsel Neuseeland

Es gibt Orte, an denen ich bei einer Rückkehr bemerke, wie sehr mich deren Atmosphäre verzaubert. Dazu zählt unter anderem auch die Ketetahi-Hütte, die hoch an den sonnigen Nordhängen des Tongariro liegt und die letzte Etappe des Tongariro Crossing, den Abstieg zum Parkplatz, einleitet. Gerne liege ich auf der Terrasse vor der Hütte und geniesse den Ausblick über die windgekrauste Wasserfläche des Rotaira-Sees, der waldgekleideten, sattgrünen Hügelkette der Kakaramea-Berge und über den Silberspiegel des Taupo-Sees. Unvergleichlich die elektrisierenden Stimmungen bei Sonnenaufgang oder -untergang; die Nächte, bei denen die Lichter von Taupo mit den funkelnden Sternen zu einem einzigen Universum verschmelzen! Von den nahen Ketetahi-Quellen steigen tosend heisse Schwefeldämpfe auf, welche der Beliebtheit der Hütte für Rast, Sonnenbad oder Übernachtung nicht schaden. So kann es an manchen Tage dort schon enger zugehen.  Weiterlesen

Sonnenaufgang auf dem Ngauruhoe-Gipfel

Kapitel 1: Aus dem Dunkel der Zeit in das Licht des Jetzt

Vollmond über der Mangatepopo-Hütte am Ngauruhoe, Tongariro Nationalpark Neuseeland

Um drei Uhr morgens beendet der Wecker die kurze Nacht. Durch das Fenster meines Quartiers in der Mangatepopo-Berghütte flutet helles Mondlicht, doch draussen scheinen die dunklen Gesteinsmassen des Tongariro-Massivs das sanfte Licht aufzusaugen. Durch die Adern meiner noch schläfrigen Glieder pocht sofort freudige Erregung, denn die Bedingungen scheinen optimal, um mein lang ersehntes Vorhaben zu starten: der nächtlichen Aufstieg auf den 2291m hohen Vulkan Ngauruhoe, um von dessen Gipfel den Sonnenaufgang über dem Tongariro-Nationalpark und der neuseeländischen Nordinsel zu erleben.

Die Wanderer in der Hütte schlafen noch alle, so daß in der friedlichen Stille des eiskalten Herbstmorgens alles Leben eingefroren erscheint. Doch diese oberflächliche Betrachtung trügt, denn der Boden auf dem ich stehe, ist äußerst aktiv. 150 Km tief im Erdinnern, wo sich die indisch-australische Platte auf die pazifische schiebt, ist der Ursprung für jene eruptiven Kräfte, die  mit feuriger Macht und Zerstörungskraft die Landschaft im Zentrum der neuseeländischen Nordinsel einer fortwährenden Gestaltung unterziehen. Weiterlesen