Meine Reise durch Ägypten war von einer besonderen Athmosphäre der mit Spannung, Ungewissheit und auch Angst erfüllten Wochen vor dem ersten Golfkrieg im Jahre 1990 geprägt. Während ich noch mit ausgelassenen Einheimischen Silvester und den Jahreswechsel in den Strassen von Kairo  feierte, zeigte sich in den folgenden Wochen ein von Touristen weitgehend verlassenes Land. Was ich als durchaus angenehm empfand, z.B. keine Warteschlangen vor den Pyramiden oder den Königsgräbern, hinterliess bei den Ägyptern ernsthafte wirtschaftliche Nöte, weil einfach die Kundschaft fehlte und vielen Familien die Lebensgrundlage der nächsten Tage ungewiss war. Daher dominierte das  tägliche Überleben  den Alltag der Menschen stärker als das doch als ferne empfundene Geschehen am Golf und Kuwait.

Dennoch erlebte ich die Faszination der gegenwärtigen Kultur und Lebensart des modernen Ägypten ebenso wie die beeindruckenden Zeugen von vielen tausend Jahren Geschichte: von der Silvesternacht in Kairo über den Sonnenaufgang auf dem Mosesberg und dem Sinai, der Grande Tour zu den Pyramiden, den Gräbern im Tal der Könige, Luxor und Karnak, dem Nildamm und Tempel von Abu Simbel führte mich der Weg zurück über die Abgeschiedenheit der westlichen Oasen Qurna oder Farafra.