Senj – Berüchtigt für seine Bora-Winde
Für die Fahrt von München nach Dubrovnik war Senj ein vielversprechender Ort für die eine Übernachtung auf der langen Strecke. Senj liegt an der Küste der südlichen Kvarner Bucht, unterhalb des Velebit-Gebirges, und ist nach den vielen Autobahnkilometern durch Deutschland, Österreich und Slowenien auf den letzten Kilometern von Rijeka über die aussichtsreiche und kurvenreiche Küstenstraße zu erreichen. Für die Weiterfahrt liegt hier einer der wenigen Passübergänge über die Berge zur Autobahn, die ab hier nach einem weiten Bogen ins Hinterland wieder parallel zur Küste verläuft.
Das Gebirge, das tolle Wanderungen und Naturlerlebnisse bietet, ist aber auch eine der Gründe für den größten Nachteil dieses Standorts: die berühmte „Bora“ (Bura). Die Bora ist ein kalter, trockener Fallwind, der vom nahen Velebit-Gebirge mit Orkanböen (oft über 100 km/h) abrupt aufs Meer stürzt.Wir erlebten diesen Wind bei letzten Reise vor einigen Jahren und wurden im Dachzelt eine Nacht lang durchgerüttelt – an Schlaf war nicht zu denken. Wir verbanden diesen Sturm jedoch nur mit dem gleichzeitigen Gewitter, nicht als das hier übliche und berüchtigte Wetterphänomen.
Vorerst genossen wir also unbekümmert einen sonnigen, warmen Nachmittag bei einem Stadtrundgang durch die Altstadt und der frisch für Touristen hergerichteten Hafenpromenade. An den umliegenden Stränden und Felsen tummelten sich zahlreiche Badegäste und Angler vor dem beeindruckenden Panorama der karstigen Berglandschaft des Velebit. Im September, nach der langen Trockenheit des Sommers, zeichneten sich die ersten herbstlichen Gelb-, Orange und Brauntöne in der Natur ab – eine Bereicherung der Farbpalette zu den Blautönen von Himmel und Meer. hier wirkte noch alles entspannt und unbekümmert.
Vor der Dämmerung machte sich dann schon der erste Wind und eine leichte Dünung auf dem Meer bemerkbar. In der Nacht entfaltetete der Wind seine ganze Kraft, wobei die Böen das Schlimme daran waren. Das Dachzelt bot so viel Angriffsfläche für den Wind, dass mit jedem Windstoß das ganze Auto wackelt. Die großen Camperfahrzeuge sind da durch ihr Gewicht etwas im Vorteil. Um eine erneute schlaflose Nacht zu verhindern, parkte ich auf einen Platz im Windschatten eines Gebäudes um – so nah an die Hauswand wie nur möglich. Somit konnten wir die Nacht erträglich, wenn auch unruhig verbringen. Andere unwissende Camper hatten Stühle und Utensilien draußen gelassen, welche sie am Morgen weggeweht im Hafen, Wasser oder schlimmstenfalls gar nicht wiederfanden.
Am nächsten Tag ermöglichte die klare Luft dafür zum Morgenkaffe eine detail- und kontrastreiche Sicht von der Hafenmole auf die karge, bergige Küstenlandschaft der vorgelagerte Insel Krk. Nach dieser Nacht hatten wir unsere Lektion gelernt, so dass wir beim Zwischenhalt auf der Rückfahrt gleich an einem windgeschützten Platz übernachteten.
Nach dem Frühstück besuchten wir noch den Ausichtspunkt bei der Festung Nehaj. Die quadratische Burg aus dem 16. Jahrhundert liegt strategisch optimal auf einem Hügel oberhalb der Stadt, wo sich nochmals ein weiter Blick über die Adriaküste und vorgelagerten Inseln der Kvarner Bucht bot, bvor wir die Weiterfahrt nach Süden über die Berge starteten.









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[…] der langen Anfahrt und einem Zwischenstop in Senj erreichten wir schliesslich Dubrovnik. In den Jahren zuvor hatten wir es nicht ganz soweit […]
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