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Lake Rotaira und Tongariro

Lake Rotaira vor dem Tongariro Massiv, Tongariro Nationalpark, Neuseeland

Lange vor den ersten Europäern besiedelten die Maoris, ein Südseevolk, das „Land der großen, weißen Wolke“. Nach ihrer Legende kamen die ersten Stämme in zwölf großen Kanus in ihre neue Heimat Neuseeland.  Über die Besiedelung gibt es zahlreiche Mythen und Geschichten in unterschiedlichsten Varianten, wovon eine hier ezählt werden soll. Der Steuermann eines der ersten Kanus, der Medizinmann Ngatoro-i-rangi, brach eines Tages mit einigen Begleitern ins Landesinnere auf, wo er den Berg Tongariro erblickte und sogleich beschloß, ihn zu besteigen. Er befahl seinen Begleitern bis zu seiner Rückkehr zu fasten und begab sich mit der Sklavin Auruhoe auf den Weg. Aber die Zurückgebliebenen wurden hungrig und brachen das Fasten ab, worüber die Götter zürnten und Gewitter zu den Bergen sandten. Ngatoro und Auruhoe froren bitter, und mit letzter Kraft betete Ngatoro zu seinen Göttern. Diese erhörten ihn und schickten ihm auf unterirdischem Weg Feuer, welches jedoch schon zu früh emporstieg und eine Spur von vulkanischen Aktivitäten entstehen ließ. Mit ganzer Kraft brach es letztendlich am Tongariro empor und taute Ngatoro auf. Auruhoe war aber bereits tot. Ngatoro opferte den Körper den Göttern zum Dank für seine Rettung und warf ihn in den Krater, der seitdem den Namen Ngauruhoe trägt.

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Old Waihohonu Hut im Tongariro

Old Waihohonu Hut, Tongariro Nationalpark, Nordinsel Neuseeland

Die historische Old Waihohonu Hut im Zentrum der Nordinsel Neuseelands und des Tongariro Nationalparks wurde 1901 erbaut und ist ein Relikt aus den unkomfortablen Zeiten der Kutschverbindung von Whanganui-Fluss hinauf zum Dampfschiff auf dem Taupo-See und weiter über die Desert Road hinauf. Die Hütte war Übernachtungsziel am Ende einer ermüdenden holprigen Etappe auf Karrenwegen durch die Wildnis. Die Strapazen der Anreise für Erholungssuchende und Naturfreunde sind heute geringer, der herbe Reiz der Umgebung hat sich seither glücklicherweise nicht verändert.Verständlich, dass die neuen Hütten des Nationalparks bereits mehr als 10000 Übernachtungen verbucht werden.

Waihi am Lake Taupo

Lake Taupo, Tongariro Nationalpark, Nordinsel Neuseeland

Der Highway 41 führt westlich am Lake Taupo im Zentrum der Nordinsel von Neuseeland und nördlich des Tongariro Nationalpark vorbei. Im Südwesten vom Lake Taupo liegt auch der Ort Waihi, wo noch eine grosse Maori-Gemeinde beheimatet ist. Vor vielen Generationen lebte dort ein Häuptling, Te Heuheu Tukino IV, der mit einer weitsichtigen und klugen Entscheidung die weitere Zukunft der heiligen Berge bestimmte. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts drängten neue Einwanderer aus Europa nicht nur auf die Besteigung der Berge, sondern beanspruchten immer grössere Flächen für die Kolonisation. So sah der Häuptling die Gefahr, dass seine Vorfahren, sein spirituelles Zentrum, wie schon andere Gebiete zuvor an die Pakeha falle und aufgeteilt werde. Daher sollten die Berggipfel der neuseeländischen Regierung und somit allen Bürgern des Landes mit der Auflage geschenkt werden, einen Nationalpark daraus zu schaffen.  Durch dieses Geschenk entstand 1887 mit dem Tongariro Nationalpark der erste Nationalpark Neuseelands, der vierte weltweit nach den Anfängen des Nationalparkgedankens in Yellowstone, USA.

Mangatepopo Hut, Tongariro Nationalpark

Sonnenuntergang an der Mangatepopo-Hut, Tongariro Nationalpark, Nordinsel Neuseeland

Viele Besucher des Tongariro Nationalparks kommen kurz nach ihrem Start für das Tongariro Crossing an der Mangatepopo Hütte vorbei, jedoch ohne zu verweilen. Die Mehrzahl der Besucher bereitet sich hier für einen morgendlichen Aufstieg auf den Vulkan Ngauruhoe vor oder hat die naheliegenden Kletterwände des Pukikaikiore zum Ziel. In der Hütte erlebte ich viele spassige Stunden mit Hüttenspielen oder beeindruckende Lichtstimmungen an Abend mit Fernsicht bis zum Taranaki.

Oturere Hut, Tongariro Nationalpark

Oturere Hut, Tongariro Nationalpark, Neuseeland

Die Oturere-Hut liegt inmitten einer Wüstenlandschaft voller Gesteinstrümmer und Ascheresten im Osten des Tongariro Nationalparks, mit einem Wasserfall als Dusche in der Nähe und bei klarem Wetter mit dem morgendlichen Glühen des Ngauruhoe im Sonnenaufgang. Hier zeigt der Park völlig anderes, wilderes  Bild als die Waihohonu-Hut mit Bergregenwäldern und Graslandschaften, der faszinierenden Aussicht von den Hängen bei der Ketetahi Hut oder den Kletterfelsen nahe der Magatepopo-Hut. Berühmtheit unter Besuchern erlangt sie jedoch auch wegen der Anzahl und monströsen Ausmaße der schwarzen Blowflies, die in Schwärmen um Hütte und Toilettenhäuschen kreisen. Dabei sind die fetten Brummer doch völlig harmlos!

Waihohonu-Hut, Tongariro Nationalpark

Waihohonu-Hut, Tongariro Nationalpark, Nordinsel Neuseeland

Die (neue) Waihohonu-Hut liegt an der einzigsten Kreuzung von vier Wegen südostlich des Ngauruhoe – zur Desert Road, zum Ruapehu, nach Whakapapa und zur Oturere Hut. Die Waihohonu Hut befindet sich auf einer der ersten touristischen Wege in dieser Region, die 1901 mit dem Bau der Old Wahohonu Hut begann. Unterhalb der Hütte verläuft ein kleiner Bach, den ich während meiner mehrtägigen Aufenthalte als Hüttenwart gerne als Badewanne nutzte. Ich erinnere mich besonders gerne an zahlreichen Wanderer und ihrer abendlichen Schilderungen der Erlebnisse während ihres Aufenthalts im Park und den Eindrücken, die er hinterliess.

Bergregenwald nahe der Waihohonu-Hut

Bergregenwald nahe der Waihohonu-Hut, Tongariro Nationalpark, Neuseeland

Unweit der Waihihonu-Hütte passiert der Wanderweg des Northern Circuit auf dem Weg zur Oturere Hut in den mittleren Höhenregionen üppige Bergbuchenwälder. Dieser Ort ist beispielhaft  für diese reichhaltige Vegetation mit Farnen und Moosen. Stattliche Bäche mäandern durch tiefeingeschnittene Täler. Viele Vögel zeigen sich hier, allen voran die neugierigen Fantails und Robins.