Halserspitz und Blaubergkamm

Blick über Bergwiesen und Latschenkiefern am Blaubergkamm auf den Gipfel der Halserspitz, Tirol, Österreich

Nach über sieben Jahren kehrte ich zurück zur Halserspitz (1.866 m) und dem Blaubergkamm in den Tegernseer Bergen. Ein Kollege war die herrliche Rundtour von Wildbad Kreuth über den Blaubergkamm bislang noch nie gegangen. So verabredeten wir uns für eine gemeinsame Wanderung und brachen an einem Sonntagmorgen kurz nach Sonnenaufgang am Wanderparkplatz hinter Wildbad Kreuth auf.

Wolkenfetzen am Bergwald in der Morgensonne, Bayern, Deutschland Zügig passierten wir die noch menschenleere Almwirtschaft Siebenhütten. Bäume, Gräser und Felsen waren feucht vom Regen der letzten Tage. Wir gingen schweigsam die Stille geniessend den schmalen Pfad durch den Wald parallel zum Holsteinbach entlang. Die kühle Luft erfrischte zunehmend in dem Maße, wie auch die Anstrengung anstieg. Über steiler und steiniger werdende Serpentinen erreichten wir lichteren Wald auf einem breiten Bergrücken. Dort sind bereits 500 Höhenmeter geschafft und wir sahen den Kamm oberhalb der abweisend wirkenden, schattigen Nordwände von Halserspitze, Blaubergkopf, und Blaubergschneid schon deutlich näher. Nach Westen hingegen öffnet sich der Blick z.B. auf den Risserkogel, Schinder und weitere Berge des Mangfallgebirges.

Blick vom Gipfel der Halserspitz auf Guffert, Tirol, ÖsterreichMit der höher stehenden Sonne bilden sich Nebel- und Wolkenfetzen in den Tälern, die mit stiegenden Temparaturen an Berghängen aufsteigen und Quellungen bilden. Bald erreichten wir den Nordgrat der Halserspitz und querten etwas ausgesetzt durch die Nordflanke auf den Kamm, von dem wir in wenigen Minuten den Gipfel erreichten. Dort präsentiert sich ein Panorama mit Guffert, den Unnützen und dem Rofangebirge. Vom Kaiser bis zum Karwendel lugen immer wieder bekannte und bereits besuchte Berggipfel durch die Wolken.

Wanderer auf dem Blaubergkamm beim Abstieg von der Halserspitz, Bayern, DeutschlandDer Weg über den Blaubergkamm, immerhin rund 3,5 Km bis zur Blaubergalm im ständigen auf und ab, wird immer wieder von Wolkenwirbeln im starken Aufwind der steilen Nordflanken verhüllt.

Kurz vor der Mittagszeit erreichten wir dann die gastliche Blaubergalm und gönnten uns eine ausgiebige Rast vor der urigen Hütte. Das letzte Stück ging es steil und ausgesetzt, nun mit viel Gegenverkehr, die wilde Wolfsschlucht hinab und schliesslich vorbei an den Siebenhütten zurück zum Parkplatz. Die morgendliche Ruhe war dem lebhaften Treiben vieler Familien am Bach und auf den Wiesen gewichen, die ebenfalls das sommerliche Wetter in grandioser Berglandschaft genossen. So endet eine anspruchsvolle, aussichtsreiche und landschaftlich abwechslungsreiche Tour durch die bayrischen Voralpen.

 

 

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